Ich spüre wieder einmal nichts. Mein Körper ist taub, meine Seele gelähmt. Ich bin im Zustand der vollkommenen Empfindlosigkeit. Mal wieder.
Drang, mich selbst zu verletzen. Überhaupt irgendetwas zu spüren. Zu wissen, dass ich am Leben bin. Und doch weiß ich, dass es nicht gut wäre. Denn ich spüre tatsächlich - nichts. Ich könnte so tief schneiden, dass das Blut den Arm hinunterströmt und würde dennoch nichts erreichen.
Wie deprimierend. Eine einzelne Träne sammelt sich in meinem Auge. Doch ich kann nicht genug empfinden, um sie so schwer zu machen, dass sie die Wange hinunter rollt. Sie verdampft.
Was kann ich tun, um mich aus dem Nichts zurück ins Leben zu katapultieren. Ich erlebe alles wie hinter einem dichten Nebel, der sämtliche Regungen verschluckt. Sinnlos erscheint die Welt, als wäre ihr die Farbe entwichen.
Seit Nächten liege ich wach. Schlafe so gegen eins oder zwei kurz ein. Kann oft nicht durchschlafen, denn Panik, Angst und Gedanken werfen mich zwischen Traum und Realität hin und her. Morgens wache ich schweißgebadet auf. Albträume.
Ich bin so müde. Müde von was? Vom Existieren.
Es ist schwer, den Dauerzustand der Lethargie zu akzeptieren.
Und niemand ahnt auch nur etwas davon. Ich bin alleine und versinke im Meer. Und doch kann ich den Arm nicht heben, mir keine helfende Hand suchen. Ich ertrinke, langsam und schmerzvoll, und niemand blickt hin. Mir begegnen Hass und Ablehnung auf meine veränderte Grundstimmung. Also verstecke ich sie.
Möge der Horror von neuem beginnen.
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